MyPaint: Brauchbares kostenloses Malprogrammen

Für viele Hobby-Zeichner und -Maler kommen teure Profi-Malprogramme wie Corel Painter oftmals aufgrund des eher hohen Preises nicht in Frage. Zum Glück gibt es aber auch einige kostenlose Alternativen. Eine dieser Alternativen, das kostenlose MyPaint, stellt dieser Artikel vor.

Was ist MyPaint? Was kann es?

MyPaint ist ein Programm für digitales Malen und Zeichnen, vorzugsweise mit einem Grafiktablett oder ähnlichem Gerät. Das Programm ist kostenlos und OpenSource und läuft sowohl auf Windows wie auch auf Linux und Mac OS X. MyPaint hat eine sehr minimalistische Oberfläche, die ganz auf den eigentlichen Zweck des Programms, nämlich das digitale Malen oder Zeichnen von Bildern fokussiert ist. So gibt es lediglich ein Fenster für die Malfläche, eines für die Farbauswahl, ein weiteres Fenster für die Pinselauswahl und ein Fenster für Ebenen.

MyPaint kann mit den Dateiformaten PNG sowie JPG umgehen und benutzt als Standardformat Open Raster (*.ora). Das Exportieren als PNG bietet auch die Möglichkeit, nicht nur das Bild mit vereinten Ebenen abzuspeichern, sondern auch jede Ebene einzeln zu exportieren. Für den Hintergrund eines Bildes stehen verschiedene Optionen bereit vom simplen einfarbigen Hintergrund bis zu verschiedenen pergamentartigen Texturen.

MyPaint-Oberfläche ((C) Themenartikel.de)

MyPaint-Oberfläche ((C) Themenartikel.de)

Die Auswahl an Pinseln ist bei MyPaint äußerst reichhaltig für ein kostenloses Programm. Im Standardumfang werden mehrere Pinselpakete mitgeliefert, die sich je nach Bedarf direkt in der Pinselauswahl aktivieren oder ausblenden lassen. Im Grunde dürfte der geneigte Hobby-Maler hier kaum etwas vermissen: Diverse Bleistiftarten, Tinten, Kreiden und Ölfarben stehen zur Verfügung, ebenso wie verschiedene Retouchierpinsel wie Wassereffekte, Radiergummis und Smudge-Werkzeuge. Auch einige ungewöhnlichere Pinselarten stehen zur Auswahl, unter anderem diverse Gras- und Blätterpinsel, aber auch abgefahrene Typen wie z.B. Neon-Farbe und „Funken“.

Die Bedienung gestaltet sich relativ unkompliziert. Mit der zweiten Stifttaste lässt sich in der Regel die Farbhistorie durchgehen, per einfachem Tastendruck auf der Tastatur lässt sich die Pinselgröße sowie die Druckkraft regeln. Ein sehr angenehmes Feature ist hier, dass man das ganze Bild bequem per Druck auf die I-Taste spiegeln kann, um einen anderen Blickwinkel auf sein Werk zu bekommen. Die einzelnen Ebenen lassen sich je nach Bedarf einblenden, durchsichtig machen oder miteinander vereinen.

Ein besonderes Feature ist, dass sich die Malfläche automatisch vergrößert und daher quasi unbegrenzt ist. Man kann einfach mit den Pfeiltasten den Bildausschnitt navigieren oder heraus- bzw. heranzoomen und das Bild vergrößert sich dann dementsprechend. Sehr praktisch, wie ich finde.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir das Arbeiten mit MyPaint großen Spaß macht, gerade weil sich das Programm auf das Wesentliche beschränkt. Wer freilich noch weitergehende Bildbearbeitungsfunktionen benötigt, der wird um ein zusätzliches Programm nicht umhin kommen. Gerade für das Anpassen der Farbtöne bietet es sich hier an, einzelne Ebenen zu exportieren und in anderen Programmen wie Photoshop oder Gimp zu bearbeiten. Das Programm läuft bei mir unter Ubuntu 10.10 sehr stabil und zuverlässig.

Wo gibt es MyPaint?

MyPaint gibt es auf der Projekt-Website kostenlos für die verschiedenen Plattformen als Binary, sowie für Entwickler als Source-Code herunterzuladen. Auf der Website des Projektes gibt es auch einige weiterführende Ressourcen wie Tutorials, User-Galerien und ein Forum. Wer also vor dem Kauf eines teuren Profi-Malprogramms zurückschreckt, aber dem Gimp und Konsorten nicht malfreundlich genug sind, für den ist MyPaint ganz sicher einen Blick wert.

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