Amazon Kindle 3G Test / Erfahrungsbericht

Seit über einem Monat besitze ich nun bereits einen Amazon-Kindle-3-E-Book-Reader. Zeit, meine bisherigen Erfahrungen in einem ausführlichen Test zu teilen. Bei dem hier getesteten Gerät handelt es sich ganz genau um ein Amazon Kindle 3G, also die Version mit kostenloser Funkverbindung zum Amazon Shop. Gekauft habe ich den Reader Anfang Mai über die deutsche Seite von Amazon (amazon.de). Ich habe vorher noch keinen E-Book-Reader (auch keine frühere Version des Kindle) getestet.

Warum teste ich Amazon Kindle 3 und nicht einen E-Book-Reader der Konkurrenz?

Ich muss gestehen, dass ich mich nicht allzu ausführlich über die Konkurrenz des Amazon Kindle informiert hatte, bevor ich mir den Kindle 3G gekauft habe. Meine Entscheidung zugunsten des Readers von Amazon war vorallem darin begründet, dass ich gelesen hatte, dass das Einkaufen von neuen E-Books bei Amazon am einfachsten und schnellsten möglich sei, da der E-Book-Reader und der Shop von Amazon sehr gut miteinander verzahnt sind, ähnlich wie man es bei den Online-Angeboten von Apple und den Apple-Gadgets her kennt. Darüber hinaus bin ich ohnehin schon lange Kunde bei Amazon und es ist meine bevorzugte Art, online einzukaufen, besonders wenn es um Bücher geht – von daher lag der Kindle da einfach am nächsten.

Daten des Amazon Kindle 3G

Der Kindle 3 kommt (zumindest in Deutschland) in zwei verschiedenen Versionen daher: Die Wifi-Version für 139€ kann lediglich normale WLAN-Verbindungen herstellen, während die 3G-Version auch 3G versteht und sich darüber – ohne ein WLAN vorauszusetzen – von jedem Standort aus mit dem Amazon-Kindle-Shop verbinden kann. Ansonsten scheinen sich die beiden Versionen aber nicht weiter zu unterscheiden. Ich möchte fast meinen, dass es sich um baugleiche Geräte handelt, mit dem einzigen Unterschied, dass die eine Version 2 Arten der Verbindung mit dem Internet unterstützt.

Der Vorteil des Kindle 3G gegenüber dem Kindle 3 Wi-Fi liegt auf der Hand: Während man mit der Wifi-Version im Bereich eines Wifi-Hotspots sein muss, wenn man sich neue Bücher über den Amazon-Kindle-Shop kaufen möchte, kann man mit dem Kindle-3G-Modell von überall neue Bücher aus dem Angebot des Kindle-Stores herunterladen. Und mit überall ist hier, wenn man Amazon glauben schenken darf, tatsächlich fast überall auf der Welt gemeint.

Ich hatte leider bisher keine Gelegenheit, die 3G-Funktionalität des Kindle im Ausland zu testen, aber wenn Amazon hier sein Versprechen einhält bedeutet das, dass man tatsächlich auch im Urlaub mal eben für Lesenachschub (in der richtigen Sprache!) sorgen kann, ohne aus der wohligen Hängematte aufstehen zu müssen. Wichtig zu wissen ist hier, dass Amazon für dieses 3G-Feature KEINE monatliche oder jährliche Gebühr erhebt – stattdessen refinanziert Amazon diese Kosten über einen im Vergleich zur Wifi-Version des Kindle höheren Preis von 189€ (also rund 50€ mehr) für den Amazon Kindle 3G.

Mein Kindle 3G kam in einer unscheinbaren braunen Paketverpackung daher. Im Lieferumfang waren neben dem eigentlichen Gerät eine kleine Bedienungsanleitung und ein weißes USB-Kabel mit einer geschätzten Länge von 1,80 Metern. Die Bedienungsanleitung („Quick Start Guide“) ist jedoch keine ausführliche Beschreibung des Gerätes sondern zeigt nicht viel mehr als wie man das Gerät in Betrieb nehmen kann. Stattdessen liegt eine ausführlichere Anleitung direkt im Speicherplatz des Gerätes, was bei einem E-Book-Reader natürlich auch durchaus Sinn macht.

Der Kindle beherrscht neben dem proprietären Format von Amazon auch PDF-Dateien und kann MP3s sowie Audible-Hörbücher abspielen. Sofern der Publisher des Buches dies erlaubt, kann man sich ein Buch auch durch den Kindle vorlesen lassen.

Speicherplatz bietet der Kindle mehr als genug. Von den 4GB internem Speicher lassen sich etwa 3GB verwenden. In der heutigen Zeit mag das nicht mehr nach viel klingen, allerdings sind die meisten Bücher für den Kindle auch nur einige hundert Kilobyte groß, sodass – laut Hersteller – bis zu 3500 E-Books auf dem Amazon Kindle Platz haben. Durch die ständig verfügbare Verbindung des Kindle 3G mit der Kindle-Plattform können darüber hinaus bei Amazon erworbene E-Books auch gefahrlos vom Gerät gelöscht und, wenn man sie wieder lesen möchte, aus dem Amazon-Shop erneut heruntergeladen werden.

Das eInk-Display des Kindle hat eine Bilddiagonale von rund 15 cm und bietet dabei eine Auflösung von 600 mal 800 Bildpunkten (Pixel) und kann 16 Graustufen mit bis zu 167 dpi anzeigen. Mit nur ungefähr 250 Gramm ist der Amazon Kindle ein ziemliches Leichtgewicht. Amazon bewirbt den Kindle mit einer Akkulaufzeit von bis zu 2 Monaten. Hier sollte man sich aber nicht verwirren lassen – sozusagen im Kleingedruckten steht, wie es gemeint ist: 2 Monate Akkulaufzeit bei täglichem halbstündigen Lesen und das auch nur, wenn das Wifi abgeschaltet ist. Somit ergibt sich bei angenommenen 30 Tagen für einen Monat eine Laufzeit von ungefähr 30 Stunden, maximal wohlgemerkt.

Die Abmessungen des Kindle sind wie folgt: Das Gadget ist 19 Zentimeter hoch, etwa 12 cm breit und lediglich knapp unter 1 cm dick. Damit ist der Kindle dünner als jedes Taschenbuch und hat ansonsten eine ähnliche Größe. Zu beachten ist hier jedoch, dass der Bildschirm des Kindle nicht die ganze Front des Kindle einnimmt – die eigentliche Lesefläche ist also etwas kleiner als bei einem handelsüblichen Taschenbuch. Die Hülle des Kindle besteht aus hartem Kunststoff, wirkt aber dennoch auf den ersten Blick recht hochwertig.

An beiden Seiten des Kindle findet sich jeweils ein etwas kleinerer Button für das Zurückblättern und ein größerer Button für das Vorblättern. Unterhalb des Bildschirms ist eine kleine Querty-Tastatur. Zusätzlich gibt es hier auch einen Menü-Button, der das Kindle-Menü öffnet, einen Display-Einstellungs-Button („AA“), mit dem man die Schriftgröße und die Ausrichtung des Bildschirms einstellen kann, sowie ein „Back“-Button, der einen zur vorherigen Anzeige zurückkehren lässt. Ein Spezialknopf mit 4 Pfeilen dient der Auswahl von Menüpunkten, während die Mitte des Knopfes Eingaben bestätigt.

Auf der Unterseite des Readers gibt es einen zweiseitigen Kippschalter, mit dem man die Lautstärke des Gerätes regeln kann, einen An-Aus-Schalter für das Gerät, sowie eine 3,5mm-Kopfhörer-Buchse und einen winzigen USB-Anschluss für die direkte Verbindung mit dem eigenen Computer. Auf der Rückseite finden sich ganz oben zudem zwei Lautsprecheröffnungen für Audio-Wiedergabe.

Die Bedienung des Amazon Kindle 3G im Test

Ich empfand die Bedienung des Amazon Kindle weitgehend selbsterklärend. Die Bedienungsanleitung, die als E-Book auf dem Gerät vorhanden ist, habe ich nicht benötigt, um das Bedienkonzept zu verstehen. Vor dem ersten Starten des Geräts zeigte der Kindle ein Bild an, das darauf hinwies, dass man den Reader an der Unterseite einschalten muss. Zudem wurde ein erstmaliges Aufladen des Kindle nahegelegt.

Allerdings für eine „deutsche“ Version etwas daneben: Die Benutzerführung des Geräts ist auf Englisch. Ich wusste, dass das Gerät auf Englisch ist, aber da ich mein Englisch für gut genug halte konnte mich das nicht abschrecken. Wer jedoch wirklich gar keine Ahnung von Englisch hat, der sollte vom Kindle im Moment besser die Finger lassen. Schulenglisch dürfte vollkommen ausreichen, um die Angaben auf dem Bildschirm verstehen zu können. Trotzdem ist es reichlich unverständlich, warum es zwar einen deutschen Shop, aber keinen ‚richtigen‘ deutschen Kindle gibt. Es wäre sehr zu wünschen, wenn Amazon hier nachbessern würde.

Zum An- oder Ausschalten des Gerätes zieht man den Schalter ganz rechts an der Unterseite kurz nach rechts. Dabei fällt auf, dass eine grüne Lampe unter dem Schalter kurz aufleuchtet. Dieses Lämpchen zeigt beim Aufladen des Geräts auch den Ladezustand an: Gelb bedeutet, dass geladen wird, grün hingegen, dass der Akku vollständig aufgeladen wurde. Das Laden erfolgt übrigens direkt über die das mitgelieferte USB-Kabel. Wer hier nicht auf einen Computer angewiesen sein möchte, muss sich zusätzlich ein Netzteil kaufen, das Amazon separat anbietet. Meiner Erfahrung nach dauert das vollständige Aufladen eines leeren Akkus nur einige Stunden.

Nach dem Einschalten des Kindle befindet man sich immer dort, wo man zuletzt mit dem Lesen aufgehört hat. Das kann eine Stelle in einem E-Book sein, aber auch das Hauptmenü. Im Hauptmenü des E-Book-Readers sieht man eine Auflistung aller auf dem Gerät vorhandenen Bücher, wobei jeweils 10 Bücher auf einer Seite angezeigt werden. In der Liste weiterblättern kann man, indem man einen der Nach-Rechts-Buttons an den Seiten des Kindle drückt, zurückblättern dementsprechend mit den darüber befindlichen Nach-Links-Buttons. Wem es zu unübersichtlich in der Standard-Liste wird, der kann sich hier auch eigene Listen anlegen, was erstaunlich einfach geht.

Um ein E-Book zu lesen navigiert man mit dem Navigations-Pad auf den Titel und drückt dann den großen Button mit dem Punkt darauf, der sich im Zentrum des Navigations-Pads befindet. Im Buch selbst kann man dann wie auch in den Listen mit den Vor- und Zurück-Knöpfen an den Seiten umblättern. Bei Büchern, die Sektionen oder Kapitel beinhalten, kann man mit den Links- und Rechts-Pfeilen des Navigations-Pads zur nächsten oder vorherigen Sektion des E-Books springen. Wenn man es genauer haben möchte, drückt man den Menü-Button oben rechts auf der Tastatur und wählt „Go To“.

In dem Go-To-Menü kann man dann entweder einen genauen Zielpunkt („Location“) wählen, an den man springen möchte, oder aber man klickt auf einen der Knöpfe, die einen direkt zum Inhaltsverzeichnis, zum Anfang, zum Ende oder zum Cover des Buches führen. Bei PDF-Dateien kann man hier auch die Seitenzahl angeben, auf der man lesen möchte, was bei den Kindle-Büchern aus dem Shop von Amazon nicht möglich ist, da diese Bücher keine fest definierten Seitenzahlen haben.

Besonders praktisch – und ein großer Vorteil gegenüber herkömmlichen Büchern – ist die Suchfunktion des Amazon Kindle. Man erreicht diese indem man ebenfalls den Menü-Button drückt und dann „Search This Book“ wählt. Ganz unten auf dem Display erscheint dann eine Eingabezeile, in die man mithilfe der Tastatur einen Suchbegriff eingeben kann. Danach klickt man „Find“ und muss wenige Augenblicke warten, ehe man eine Liste der Fundstellen angezeigt bekommt. Klickt man auf eine der gelisteten Fundstellen, gelangt man an die entsprechende Stelle des Buches. In den Suchergebnissen kann man – Sie ahnen es sicher schon – wie in allen Listen auf dem Kindle mit den Vor- und Zurück-Knöpfen umblättern. Zu erwähnen ist hier, dass der Kindle nicht nur direkte Treffer listet, sondern auch Wörter mit dem gleichen Stamm findet. Sucht man beispielsweise nach „Steve“, so findet der Kindle auch „Stevens“ und ähnliches.

Ein weiterer Vorteil gegenüber gedruckten Büchern ist, dass im Kindle Wörterbücher integriert sind. Die deutsche Kindle-Version enthält ein kostenloses deutsches Wörterbuch (Duden Universalwörterbuch) und auch zwei englische Wörterbücher, namentlich das Oxford Dictionary of English und The New Oxford American Dictionary. Wenn man eine Definition zu einem Wort eines E-Books haben möchte, drückt man entweder auf den Nach-Oben- oder den Nach-Unten-Pfeil des Navigationspads und bewegt den Cursor dann vor das Wort, das man nachschlagen möchte. Die Definition erscheint dann automatisch. Man muss hier zum Glück auch nicht erst kompliziert zwischen dem deutschen und englischen Wörterbuch umschalten – der Kindle erkennt in der Regel ohne weiteres Zutun, ob es sich um ein deutsches oder ein englisches Wort handelt und zeigt dementsprechend die Definition des zuständigen Wörterbuches an.

Um die Bedienung noch einfacher zu gestalten gibt es beim Amazon Kindle zusätzlich Lesezeichen, Notizen und eine Unterstreichen-Funktion. Die Lesezeichen funktionieren im Grunde genauso wie das reale Pendant: Man legt ein Lesezeichen für eine „Seite“ an, um die Stelle später schnell wiederfinden zu können. Das klassische Lesezeichen, das man benutzt, um sich die Stelle, an der man zuletzt gelesen hat zu merken, ist beim Kindle übrigens überflüssig: Das Gerät merkt sich für jedes Buch die Stelle des letzten Lesens automatisch. Wenn man das Buch später erneut öffnet, landet man gleich an der richtigen Stelle.

Eine Notiz ist beim Kindle so ähnlich umgesetzt wie eine selbstgemachte Fußnote. Man wählt mit dem Cursor eine Stelle im Text und beginnt einfach, die Notiz zu tippen. Nach dem Speichern erscheint bei dem Wort, an dem sich der Cursor befindet dann eine hochgestellte Nummer, die auf die Notiz verweist. Navigiert man den Cursor auf die Zahl, so wird sogleich die eingegebene Notiz auf dem Display eingeblendet.

Um eine Textstelle zu unterstreichen („Highlight“), geht man mit dem Cursor vor das erste Wort, das unterstrichen werden soll, klickt auf den großen Bestätigen-Knopf, geht mit dem Cursor bis zu dem letzten Wort, das man markieren möchte und drückt erneut den Bestätigungs-Button. Unter diesen Wörtern erscheint dann eine graue Linie. Will man seine Notizen und Unterstreichungen anzeigen lassen, drückt man den Menü-Button und wählt „View Notes & Marks“. Übrigens sind manchmal auch fremde Unterstreichungen in einem Buch zu finden. Dabei handelt es sich um von besonders vielen Lesern unterstrichenen Stellen. Ob es sich um eine eigene oder eine fremde Unterstreichung handelt sieht man daran, dass fremde Markierungen gestrichelt und nicht durchgehend sind.

Lesezeichen, Notizen und Unterstreichungen werden beim Amazon Kindle 3G automatisch auf den Amazon-Servern gesichert. Wenn man sich also ein zweites Gerät anschaffen möchte oder seine Kindle-Bücher auch auf dem PC lesen möchte, kann man die Notizen, Bookmarks und Highlights synchronisieren lassen, sodass man diese auch auf den zusätzlichen Geräten angezeigt bekommt. Die Kindle-Software, die hierfür nötig ist, gibt es für PC, Mac und diverse Mobile Betriebssysteme wie Android.

 

Das Lesen auf dem Amazon Kindle 3G

Das eInk-Display des Kindle ist erstaunlich augenfreundlich. Wer hier ein Display wie auf einem Handy oder ähnlichen Geräten vermutet, der wird sich beim ersten Probieren des Kindle sehr wundern, denn das Display ähnelt tatsächlich eher Zeitungspapier als einem Computerbildschirm. Die eInk-Technologie macht es möglich, dass hier nichts flimmert oder die Augen zu stark beansprucht. Der große Unterschied zu herkömmlichen Displays ist, dass das Bild nicht permanent neu gezeichnet wird. Der Kindle lädt das Bild einmal und es bleibt dann sozusagen so stehen, wie es ist. Selbst im Standby-Modus zeigt der Kindle noch ein Bild an. Lediglich beim Umblättern flackert der Bildschirm kurz, bevor ein neues Bild angezeigt wird.

Ein Lesen bei Dunkelheit wie beispielsweise mit einem Handy ist mit dem Kindle nicht möglich. Wie bei dem Vorbild Buch braucht man auch für das Lesen auf dem E-Book-Reader eine zusätzliche Lichtquelle, da das Display von sich aus nicht leuchtet. Im Vergleich zur Alternative eines ‚richtigen‘ Bildschirms ist dieser Nachteil aber ohne weiteres zu verschmerzen. Interaktive Inhalte wie Videos kann man auf dem Kindle-Reader daher auch nicht anzeigen lassen, da der Bildschirm nicht schnell genug ein neues Bild zeichnen kann. Aber dafür ist der Kindle ja auch nicht gedacht.

Lesen in sehr hellen Umgebungen – zum Beispiel am Strand oder im Garten – ist mit dem Kindle kein Problem. Das Display ist sehr matt und spiegelt so gut wie überhaupt nicht. Wer schon einmal versucht hat, mit einem glänzenden Laptop im Freien zu arbeiten, den dürfte diese Tatsache wohl sehr beruhigen. Die Verarbeitung ist relativ hochwertig, sodass man hier auch nicht befürchten muss, dass der Kindle gleich bei jeder Lapalie Schaden nimmt. Natürlich sollte man das Gerät tunlichst von Wasser fernhalten, aber man muss jedenfalls nicht befürchten, dass das Gerät schon bei bloßem Ruckeln oder leichten Stößen auseinanderfällt. Mir selbst ist der Kindle einmal aus etwa 1 Meter höhe auf den Boden geknallt, ohne dabei Schaden davonzutragen. Lediglich der Rahmen war dabei etwas aus der Fassung gegangen, aber ich konnte diesen problemlos wieder zurückdrücken.

Der Kontrast des Displays ist für das Lesen von Text vollkommen ausreichend. Schnelles Blättern ist mit dem Kindle nicht möglich, was im Vergleich zum echten Buch unter Umständen ein erheblicher Nachteil sein könnte. Das Umblättern von einer Seite zur nächsten geht hingegen recht flott. Mir ist das Blättern jedenfalls bisher nicht negativ aufgefallen. Besonders vorteilhaft finde ich, dass man den Kindle 3G problemlos in einer Hand halten und auch mit der einen Hand bedienen kann. Und es spielt auch keine große Rolle, mit welcher Hand man den Reader hält, denn die Knöpfe zum Umblättern gibt es ja an beiden Seiten. Vom Gewicht her ist auch längeres Halten des Kindle kein Problem. Taschenbücher mögen hier zwar oft leichter sein als der Kindle, im Vergleich zur ‚Bedienung‘ eines 1000-Seiten-Wälzers ist der Kindle jedoch eine wahre Freude.

Eine Akkuladung hält bei mir definitiv für mehrere Tage, obwohl ich relativ viel lese. Trotzdem bin ich sehr skeptisch, was die offiziellen Angaben von Amazon bezüglich der Akku-Laufzeit angeht. Ich habe es zwar nicht genau gemessen, aber mein Gefühl sagt mir, dass die Laufzeit hier doch deutlich unter der vom Hersteller angegebenen liegt. Im normalen Betrieb dürfte das keine große Rolle spielen, denn das Laden geht relativ schnell (ich schätze ca. 4 Stunden für die volle Ladung). Wenn man jedoch mit dem Kindle längere Zeit verreisen will, dann sollte man vielleicht doch lieber ein Netzteil und – sofern nötig – einen Stromstecker-Adapter mit einplanen.

Das Lesen von PDF-Dateien ist auf dem Kindle leider manchmal keine allzu angenehme Erfahrung. Das Problem ist hier bei einigen E-Books, dass der Bildschirm beziehungsweise die Schrift des PDFs zu klein ist. Anders als bei den normalen Kindle-Ebooks lässt sich an der Schriftgröße bei PDF-Dateien nichts verändern, man kann höchstens hereinzoomen und scrollen- eine Eigenart des PDF-Formats, das vorallem für den Druck konzipiert wurde und daher festgelegte Seiten hat.

Mitgedacht hat Amazon hier in so fern, als dass man die Ausrichtung des Bildschirms drehen kann. Im Querformat lassen sich die meisten PDF-Dateien relativ gut lesen. Unschön ist hier aber, dass man in diesem Fall dann stattdessen umso öfter umblättern muss. Ich persönlich lese viele PDF-Dateien lieber auf dem PC als auf dem Kindle. Eine mögliche Alternative wäre es, das PDF in das Kindle-Mobi-Format umzuwandeln. In der Praxis dürfte das aber für nicht technik-affine Nutzer jedoch keine wirkliche Option sein. Hier wäre es sehr zu wünschen, wenn Amazon bei der PDF-Darstellung etwas nachbessern würde.

Das Bücherangebot für den Kindle

Die bevorzugte Art, an neue E-Books für den Kindle zu gelangen, ist natürlich der Amazon-Kindle-Shop. Laut Amazon sind im Shop bis dato (Stand Juni 2011) rund 750.000 deutsch- und englischsprachige Titel verfügbar. Der Knackpunkt ist hier das ‚und‘, denn der bei weitem größte Teil dieser 750.000 Bücher ist auf Englisch. Für Liebhaber englischsprachiger Literatur ist das Angebot dementsprechend äußerst reichhaltig.

Auf dem deutschen Markt sieht es dagegen noch etwas mau aus. Viele der größeren deutschen Verlage zögern scheinbar noch, ihre Titel auch im Kindle-Shop verfügbar zu machen. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich dies mit der Zeit ändern wird. Die Verlage werden es sich vermutlich nicht mehr allzu lange leisten können, im digitalen Angebot des wohl größten Online-Händlers der Welt nicht vertreten zu sein. Fall Sie mit englischen Büchern rein gar nichts anfangen können, dann sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie sich schon jetzt einen Kindle kaufen wollen oder lieber noch warten, bis das Angebot an Büchern größer ist. Und dass das Angebot größer werden wird, davon kann man im Hinblick darauf, was Amazon kürzlich berichtete, wohl fest ausgehen: Auf Amazon.com verkaufe Amazon mittlerweile mehr E-Books als gedruckte Bücher.

Andererseits bietet der Kindle-Shop auch Bücher an, die es nirgends sonst zu kaufen gibt. Das liegt daran, dass Amazon es jedem ermöglicht, auf der Kindle-Plattform eigene E-Books einzustellen und zwischen 35 oder sogar 70% Tantiemen durch die Verkäufe einzunehmen. Man muss also nicht zwangsläufig bei einem Verlag unter Vertrag stehen, um eigene E-Books für den Kindle zu veröffentlichten. Einige wenige Autoren nutzen diese Möglichkeiten des Selbstverlegens bereits. Gute Beispiele dafür sind das Buch Amazon Kindle: Eigene E-Books erstellen und verkaufen von Wolfgang Tischer und Untot: Dämmerung, ein Zombie-Roman von Andreas Stetter.

Sehr reichhaltig ist hingegen das Angebot an gemeinfreien Klassikern. Werke von Schiller, Goethe oder auch Kafka findet man sämtlich – in der Regel kostenlos – im Kindle-Shop. Natürlich gibt es das meiste davon auch bei Projekt Gutenberg online, aber es ist eben doch ein Unterschied, ob man am PC-Bildschirm oder auf einem richtigen E-Book-Reader wie dem Kindle liest. Wenn man also noch nicht alle Klassiker durchhat und etwas älterer Literatur nicht generell abgeneigt gegenübersteht, so kann man die Zeit, bis es alle Bücher der Verlage auch als E-Book gibt, mit diesen Werken überbrücken.

Das Kaufen neuer Bücher im Kindle-Shop ist übrigens kinderleicht. Sie können den Shop entweder direkt über das Gerät aufrufen und mit nur einem Klick das gewünschte Buch herunterladen, oder aber Sie rufen den Kindle-Shop mithilfe eines PCs auf, um mehr Übersicht zu haben. Auch bei letztgenannter Variante werden die Bücher per einfachem Klick an den Kindle übertragen. Ein Download und anschließendes manuelles Kopieren auf das Gerät ist nicht nötig. Für jedes Buch gibt es außerdem eine automatisch generierte Probeversion, in die man erstmal reinlesen kann, um zu entscheiden, ob das Buch das richtige ist. Die Länge dieser Probeversion ist von der Länge des Buches abhängig. Bei Büchern mit vielen hundert Seiten kann man teilweise stundenlang (!) vorher probelesen, ehe man sich für oder gegen den Kauf entscheiden muss. Einige mögen hier einwenden, dass man das auch in der Buchhandlung nebenan machen könne. Aber mal ganz ehrlich: Wer nimmt sich dafür schon die Zeit?

DRM oder kein DRM auf dem Amazon Kindle, das ist hier die Frage

Gerade für technisch versierte ist sicher eine entscheidende Frage, in wie weit beim Kindle digitale Rechteverwaltung (DRM) zum Einsatz kommt. Die Antwort ist, es kommt darauf an, ob der Verlag die Verschlüsselung beim Einstellen in den Kindle-Shop aktiviert hat oder nicht. Da kann man so gesehen also Amazon keinen Vorwurf machen, wenn man mit DRM auf dem Kriegsfuß steht, denn es ist Sache des jeweiligen Verlags, dies zu entscheiden. Etwas unglücklich ist allerdings der Umstand, dass man im Shop bisher nicht sehen kann (zumindest habe ich keine derartige Information finden können) ob ein E-Book DRM-geschützt ist oder nicht. Es wäre wirklich gut, wenn Amazon sich dazu durchringen würde, diese Information vor dem Kauf anzuzeigen. Ich persönlich denke, dass sich langfristig auch bei E-Books DRM nicht durchsetzen wird, ganz ähnlich wie es bei MP3-Downloads beobachtet werden konnte.

Angeblich soll es (bald) auch möglich sein, DRM-geschützte Kindle-Bücher zu verleihen, sofern der Verlag diese Möglichkeit einräumt. Das soll dann wohl so laufen, dass man ein gekauftes Buch für 14 Tage jemandem mit einem Kindle (es reicht aber auch die Kindle-Software, die für die meisten Plattformen verfügbar ist) kopieren kann. In dieser Zeit wird dann die eigene Kopie des E-Books gesperrt, wodurch sozusagen das Verleihen eines gedruckten Buches simuliert wird. Ob das tatsächlich alles so funktioniert, dazu konnte ich leider bisher weder Informationen finden noch es selbst testen.

Der Kindle unterstützt bisher leider nicht das Epub-Format. Es gibt Gerüchte, dass die Unterstützung noch kommen wird, aber ob diese Gerüchte wahr sind, darüber kann man wohl vorerst nur spekulieren. Wenn man allerdings nicht per DRM geschützte Epub-Dateien erwirbt, so kann man diese schon jetzt mit einer Software wie Calibre in das passende Format für den Kindle umwandeln.

Test des Amazon Kindle 3G: Fazit

Obwohl ich vor dem Test etwas skeptisch war, so bin ich mittlerweile vom Amazon Kindle 3G umso begeisterter. Ich habe leider keinen Platz mehr für gedruckte Bücher in meinen Regalen und dank des Kindle habe ich damit jetzt keine Probleme mehr. Wenn ich mir neue Bücher kaufe, so gucke ich zuerst, ob es diese auf dem Kindle gibt und falls nicht bestelle ich gedruckte Bücher trotzdem nur noch, wenn es wirklich nicht anders geht. Werden E-Book-Reader gedruckte Bücher ersetzen? Nein, das werden sie sicher nicht. Gerade für großformatige Fachbücher ist der Kindle beispielsweise nicht sehr gut geeignet – und farbige Darstellungen beherrscht der Kindle 3 nicht, weil der Bildschirm nur Graustufen darstellen kann.

Aber für das Lesen eines Romans oder Ratgebers kann ich den Kindle wirklich nur empfehlen. Ich denke, dass auch hierzulande in nicht allzu ferner Zukunft mehr E-Books als gedruckte Bücher verkauft werden. Und wenn man bedenkt, dass für E-Books keine Bäume gefällt werden und kein Papier durch die halbe Welt verschifft wird, dann ist diese Entwicklung auch aus umwelt-technischer Sicht durchaus zu begrüßen.

Falls Sie Zweifel haben sollten, ob ein E-Book-Reader etwas für Sie ist, dann empfehle ich Ihnen, ein entsprechendes Gerät wie den Kindle 3G einmal bei einem Bekannten zu testen. Ich denke die meisten werden positiv überrascht sein. Wenn Sie Fragen zum Gerät haben, die ich hier nicht beantwortet habe, schreiben Sie mir doch eine E-Mail. Ich hoffe, dieser Test konnte Ihnen einen guten Einblick verschaffen.

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