Kindle Active Content: Kindle-Spiele spielen und eigene Apps entwickeln

Der Amazon Kindle hat als E-Book-Reader einen guten Ruf, doch kann man damit auch mehr machen als bloß E-Books zu lesen. Es gibt nämlich auch noch den sogenannten Active Content (aktiver Inhalt) für den Kindle. Active Content sind keine E-Books sondern richtige Programme.

Minesweeper und GoMoku

Auf dem Kindle sind bereits zwei Spiele vorhanden, auch wenn man diese in keinem Menü finden wird. Dabei handelt es sich zum einen um einen Minesweeper-Klon namens „Find the mines!“. Das Spiel kann man aufrufen, indem man im Kindle-Hauptmenü die Großstelltaste (ganz unten Links, mit dem Pfeil nach oben) zusammen mit „Alt“ und „M“ drückt. Find the mines! ist allerdings wesentlich beschränkter als die Version, die man aus Windows kennt. So gibt es nur drei verschiedene Schwierigkeitsstufen – bei denen das Schaffen der schwierigsten Stufe nur mit viel Glück möglich ist – und neben dem bloßen Klicken nur noch die Möglichkeit, Minen zu markieren.

Wenn man in dem Minesweeper-Spiel „G“ drückt gelangt man zum zweiten Spiel, dem GoMoku. Gomoku ist ein 5-in-einer-Reihe-Spiel, das heißt man muss 5 Kreuze in eine Reihe bekommen, entweder horizontal, vertikal oder diagonal und dabei gleichzeitig verhindern, dass der Gegenspieler, in diesem Fall der Kindle, 5 Kreise in eine Reihe bekommt. Auch bei diesem Spiel gibt es nichts weiter einzustellen, weder die Schwierigkeitsstufe noch sonst irgendwelche Parameter.

Weitere Apps für den Kindle

Die beiden beim Kindle bereits integrierten Spiele sind wohl eher als ein Test zu verstehen, was mit dem Kindle neben dem Lesen noch so möglich ist. Im US-Shop von Amazon (Amazon.com) gibt es bereits auch von Dritten programmierte Kindle-Apps. Die Auswahl ist hier noch nicht allzugroß, was wohl daran liegen wird, dass die Möglichkeit für Programmierer, dort ihre Software einzustellen im Moment noch auf einen ausgewählten Kreis von Testern beschränkt ist. Die meisten verfügbaren Apps sind Brettspiele wie Sudoku, aber es gibt auch einige Produktiv-Apps wie z.B. einen Kalender.

Wann genau die Testphase (Beta) endet scheint noch nicht festzustehen, ebenso wenig, wann es Kindle-Apps auch im deutschen Amazon-Shop geben wird. Trotzdem darf man gespannt sein, was für Möglichkeiten sich dadurch noch für Kindle-Besitzer ergeben werden.

Active Content aus Entwickler-Sicht

Wie bereits erwähnt läuft im Moment noch eine Beta-Phase für die Entwicklung von neuen Kindle-Apps. Zu dieser Beta kann sich jeder anmelden, der Apps für den Kindle entwickeln möchte. Man muss dazu nur seinen Namen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und den Namen der Firma (falls vorhanden) angeben und zusätzlich noch kurz dazuschreiben, was für Programme man zu programmieren beabsichtigt. Allerdings bekommt man nach dem Anmelden nicht sofort Zugang zum Kindle Development Kit, sondern muss sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Mein eigener Antrag ist nun schon einige Tage her und bisher gabs noch keine Antwort von Amazon. Ich habe bereits von Leuten gelesen, die nach 3 Monaten noch immer nichts von Amazon gehört hatten…

Neben dem Kindle Development Kit (KDK) bekommen Entwickler dann auch noch einen Kindle-Simulator, um ihre Apps zu testen, und können bis zu 3 Kindles angeben, die sie als Test-Geräte benutzen möchten. Die verwendete Programmiersprache ist zum Glück alles andere als ein Exot: Java. Kindle-Apps werden im Entwickler-Jargon „Kindlets“ genannt und damit hat man schon einen Hinweis darauf, womit man es hier zu tun hat: Nämlich mit einer Abart von Java-Applets, die nicht für das Web sondern für den Kindle gedacht sind.

Die Teilnehmer an der Beta-Phase können bereits ihre Apps in den Kindle-Store einstellen. Die Vergütung beträgt hierbei 70% für den Entwickler, also ganz ähnlich wie schon bei den E-Books. Zu beachten gibt es allerdings, dass es eine Obergrenze an Traffic gibt, der im laufenden Betrieb der Apps entstehen darf. Verursacht eine App mehr Traffic, dann entstehen dadurch zusätzliche Kosten, die man mit einplanen muss.

Anmelden kann man sich für die Beta-Phase auf der Kindle-Development-Kit-Website.

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