Der Web-Browser des Amazon Kindle 3

Der E-Book-Reader Kindle 3 hat als eine „experimentelle“ Funktion auch einen simplen Webbrowser an Bord, über den man auf dem Kindle im Internet surfen kann. Doch wie gut funktioniert das eigentich? Taugt der Browser zum normalen Surfen im Web?

Den Webbrowser des Kindle aufrufen

Um den Kindle-Browser zu starten, gehen Sie ins Home-Menü des Kindle, indem Sie auf die „Home“-Taste drücken. Klicken Sie nun auf die „Menü“-Taste und wählen Sie hier „Experimental“. Navigieren Sie auf der erscheinenden Seite zu „launch browser“ und bestätigen Sie mit der rechteckigen Punkt-Taste.

Sofern Sie noch nicht mit einem WLAN verbunden sind, jedoch eines im Kindle eingetragen ist, werden Sie vom Kindle jetzt dazu aufgerufen, eine Verbindung herzustellen. Um den Browser in Deutschland wirklich nutzen zu können, ist eine WLAN-Verbindung erforderlich. Ruft man den Browser im 3G-Modus des Kindle auf, dann sind alle Seiten gesperrt bis auf Wikipedia.org. Ohne WLAN taugt der Kindle hier also nur zum schnellen Nachschlagen, aber nicht für normales Surfen.

Das Surfen mit dem Kindle 3

Um das Fazit einmal vorwegzunehmen: Freude macht das Surfen mit Kindle-Browser so wie er aktuell ist keine. Das liegt daran, dass die Bedienung hier – im Gegensatz zum Rest des Kindle – ziemlich umständlich daherkommt und der Bildschirm noch dazu relativ klein ist.

Im Browser kann man oben in ein Feld die Adresse der Website eingeben, die man lesen möchte. Links daneben befinden sich Schaltflächen um die vorherige oder nächste Seite im Verlauf aufzurufen. Das Scrollen der Maus wird hier durch die Blätter-Tasten an den Seiten des Geräts gelöst. Mit dem „Steuerkreuz“ zwischen der Menu- und der Back-Taste kann man bestimmte Links oder Eingabefelder wählen. Hier fällt auf, dass der „Maus“-Zeiger zwar auf Links springt, wenn er sich in der Nähe davon befindet, aber ansonsten ziemlich behäbig ist. Ein schnelles Springen zur Adresszeile scheint beispielsweise nicht möglich, und so muss man immer erst umständlich mit dem Zeiger nach oben navigieren, um eine neue URL einzugeben, was eine ganz gehörige Portion Zeit in Anspruch nimmt, oder erst über das Menü zurück zur Adresszeile springen.

Über die Menu-Taste kann man Lesezeichen anlegen oder aufrufen, den Kindle-Store besuchen, eine neue URL eingeben, den Verlauf des Browsers einsehen und die Einstellungsseite aufrufen. Übrigens gibt es hier auch einen „Article Mode“. Wenn man diesen anklickt, dann wird die aktuelle Website – sofern es sich um einen Artikel im weitesten Sinne handelt – in eine „richtige“ Kindle-Seite umgewandelt, sodass man diese besser lesen kann. Allerdings fehlt dann in diesem Modus wieder die Navigation der Seite, sodass man hier im Endeffekt immer zwischen normaler Ansicht und Artikelmodus hin- und herspringen muss, wenn man mit dem Lesen eines Artikels fertig ist.

Herein- und herauszoomen aus der Website kann man über das Menü. Auf einigen Seiten wird am Anfang auch ein Gitter angezeigt mit einem Lupensymbol, das man statt dem normalen Zeiger bewegen kann. Wenn man dann bestätigt zoomt der Kindle auf die Größe des Gitters. Um Webseiten besser lesen zu können kann man – wie auch im normalen Lesemodus des Kindles – über die „AA“-Taste die Ausrichtung des Bildschirms einstellen. Im Querformat ist hier das Benutzen von Websites schon deutlich angenehmer möglich.

In den Einstellungen des Browsers gibt es nicht viele Optionen. Hier kann man den Verlauf oder von Websites gesetzte Cookies löschen oder aber Javascript oder Bilder aktivieren und deaktivieren.

Alles in allem ist der Browser beim Kindle leider mehr eine Spielerei als ein ernstzunehmendes Surf-Tool. Ich persönlich würde den Kindle nur dann zum Surfen im Web benutzen, wenn ich wirklich überhaupt nichts anderes zur Verfügung hätte und irgendetwas nachlesen müsste. Für interaktive Inhalte wie Videos taugt der Bildschirm ohnehin nicht. Selbst mit meinem Smartphone macht das WWW da deutlich mehr Spaß – da hilft leider auch der größere Bildschirm des Kindles nichts.

Aber letztlich ist der Kindle ja auch ein E-Book-Lesegerät und kein vollständiges Tablet, von daher ist es zu verschmerzen, dass der Browser keinen Spaß macht und so gesehen ist es dann auch verständlich, warum der Browser des Kindles schon seit ewigen Zeiten unter „Experimental“ und nicht bei den Hauptfunktionen des Gadgets zu finden ist.

Wonach Surfer gesucht haben, die diesen Artikel fanden:

kindle browser, kindle internet surfen, kindle web browser, surfen mit kindle, kindle webbrowser, Kindle internet browser, surfen mit dem kindle, browser kindle, mit kindle im internet surfen, browser für kindle, Webbrowser kindle, kindle browser deutschland, web browser kindle, wikipedia auf kindle, surfen kindle

Verwandte Artikel: